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“Das Leben des Brecht”

  Richtig heißt es natürlich ,,Das Leben des Galilei" von Bertold Brecht. Als Bert-Brecht- Schüler hast du es sicherlich sofort erkannt. Im Laufe unseres Lebens begegnet dieser Name uns immer wieder. Bisher haben wir wenig über ihn und sein Leben erfahren, aber kennen vielleicht schon das ein oder andere Drama von ihm. Doch wer ist dieser Mann, der als bedeutender Dramatiker in die deutsche Literatur einging, dessen Geburtstag wir am 10. Februar feiern? Und was hat er so Tolles geleistet, dass sogar unsere Schule nach ihm benannt ist? Doch der Reihe nach, so sah Brechts Leben aus: Am 10.02.1898 wurde Bert Brecht, mit vollem Namen Eugen Berthold Friedrich Brecht als Sohn reicher Leute geboren. Somit gehörte er der gesellschaftlichen Oberschicht an und war es gewohnt, Befehle zu erteilen. Doch er fühlte sich in der höheren Gesellschaft nicht wohl. Er selbst hält nicht viel von seiner eigenen Klasse und ,,der Kunst des Befehlens". Brecht selbst sagte: „Ich bin aufgewachsen als Sohn wohlhabender Leute. Meine Eltern haben mir einen Kragen umgebunden und mich erzogen in den Gewohnheiten des Bedientwerdens und unterrichtet in der Kunst des Befehlens. Aber als ich erwachsen war und mich umsah, gefielen mir die Leute in meiner Klasse nicht, nicht das Befehlen und nicht das Bedientwerden. Und ich verließ meine Klasse und gesellte mich zu den geringen Leuten.“ Er besucht ein Realgymnasium und macht 1917, während des ersten Weltkrieges, sein Notabitur. Sein erstes Drama ,,Baal" erscheint 1922 in Buchform. Im gleichen Jahr wird sein erstes Theaterstück „Trommeln in der Nacht“ uraufgeführt. Zwei Jahre später zieht er nach Berlin und arbeitet als Dramaturg am Deutschen Theater. Seinen größten Erfolg feiert er 1928 mit der „Dreigroschenoper“. 1933, einen Tag nach dem Reichsbrand, verlässt er mit seiner Familie Berlin und flüchtet aus politischen Gründen nach Dänemark. 1941 wird das Theaterstück ,,Mutter Courage und ihre Kinder“ in Zürich uraufgeführt. Im Laufe seines Lebens lebt er noch in Schweden, Amerika, Österreich und zum Schluss wieder in Berlin, allerdings in dem DDR- angehörigen Ost-Berlin. Insgesamt war er mit drei Frauen, mit denen er vier Kinder hatte, verheiratet. Mit Helene Weigel aber bleibt er bis zu seinem Tod zusammen. Am 14.08.1956 stirbt Brecht an einem Herzinfarkt. Brecht war vor allem bekannt dafür, aus den gesellschaftlichen Normen auszubrechen und sich immer wieder aufzulehnen. Damals war es ungewöhnlich, die eigene Klassenzugehörigkeit abzulehnen und sich mit „niederen Menschen“ zu umgeben. Mit seinen spontanen Fluchten zeigte er Mut und Selbstvertrauen. Sein Verhalten war nicht immer vorbildlich, wie seine vielen Frauengeschichten zeigen. In seinem ganzen Leben hatte er drei Frauen, obwohl es damals üblich war nur eine zu heiraten und bis zum Lebensende mit ihr zusammen zu bleiben. Als seine letzte Frau von ihm ein Kind bekommen hatte, war er sogar noch mit Marianne Zoff verheiratet. Brecht wusste auf sich aufmerksam zu machen und nutzte das zur Eigenwerbung. Dabei verkaufte er sich gut und besaß ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Durch das ungepflegte Erscheinungsbild in Arbeitskleidung sah er wie ein einfacher Bürger aus. Jedoch war diese Arbeitskleidung aus teuren Materialien. Er versteckte, dass er sich überlegen fühlte. Durch sein Auftreten und Äußerliches blieb er in den Köpfen der Menschen, da es zu dieser Zeit ein unüblicher Aufzug für einen Poeten war. Sein Charakter war gekennzeichnet durch Selbstsicherheit und teilweise Arroganz. Er nahm fast schon narzisstische Züge an, in diesem Falle jedoch noch im gesunden Rahmen, da sie Brechts Schlüssel zum Erfolg waren. Von Anfang an wusste Brecht, er würde Erfolg haben, und war sich dessen sehr sicher. Brecht vermischte sein Privatleben mit dem Arbeitsleben und arbeitete permanent. Er baute Kontakte zu wichtigen Leuten auf und pflegte diesen aus geschäftlichen Gründen, wie der Fall ,,Elisabeth Hauptmann" zeigt. Er umgab sich mit Fachkräften und Prominenten und ließ sie für sich arbeiten. Ein Werk wurde lange überlegt und oft überarbeitet. Brecht war kein Genie, dem die Ideen zuflogen, aber er taktierte geschickt. Eher neigte er zur Gruppenarbeit und produzierte seine Werke wie eine Ware. Diese zeichnen sich durch konstante Qualität und Wiedererkennungswert (episches Theater) aus. Doch auch bei der Teamarbeit sah sich Brecht nicht als einfacher Autor, sondern eher als Organisator und Steuermann. Auch suchte er gezielt Kontakte zu einflussreichen Personen und sicherte damit positive Kritiken zu seinen Werken. Für die Verbreitung seiner Texte nutzte er zudem die Medien, da er erkannte, dass sich dadurch die Gesellschaft beeinflussen lässt. Zudem stellte er sich als Werbeikone zur Verfügung und inszenierte sich selbst. Bei der Vermarktung seiner Produkte war er immer auf Gewinn bedacht. Mit Vorabdrucken und Radiobeiträgen sorgte er dafür, dass seine Texte immer präsent sind. Damit er selbst auch immer präsent blieb, kommentierte er auch andere Werke kritisch. Er sorgte dafür, immer in der Öffentlichkeit zu stehen. Schon von klein auf wurde Brecht zu einem selbstbewussten Menschen erzogen. Durch dieses Selbstbewusstsein hielt er allen politischen und gesellschaftlichen Widrigkeiten stand. Er bemängelte das herrschende System und lehnte den Kapitalismus ab. Dies wird im folgenden Zitat deutlich: Mit Hilfe seiner Dramen und des epischen Theaters kritisierte er die Gesellschaft, das politische System und die Kirche. Auch war er kein Anhänger der NSDAP und verließ deshalb wie oben erwähnt einen Tag nach dem Reichstagsbrand Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er wegen seiner politischen Haltung auch mit den Amerikanern Konflikte. Im Laufe seines Lebens schrieb er viele erfolgreiche Werke, für die er heute noch weltweit bekannt ist. Allen Werken gemeinsam sind die Botschaft zu einem besseren politischen System und die Erziehung der Gesellschaft zur Demokratie. Dies war Brechts lebenslängliches Bestreben. Um dieses zu erreichen, entwickelten Brecht und Erwin Piscator das Epische Theater, nach dessen Theorie er alle seine Dramen verfasste. Dieser dramatische Schreibstil ist gekennzeichnet durch Kälte und Objektivität. Selbst Liebesszenen waren trocken realistisch geschrieben. Gefühle spielen in den Stücken keine Rolle. Absicht des epischen Theaters ist es, die Menschen zum Nachdenken anzuregen, die dargestellte Situation kritisch zu betrachten und sich ihr eigenes Urteil zu bilden. Insgesamt war Brecht ein widersprüchlicher Mann mit leicht narzisstischen Zügen und doch wurde er 1969 zum Schulpatron gewählt. Woran liegt es? Sicherlich liegt das nicht nur an seinen einzigartigen literarischen Werken. Auch die Bestimmtheit, mit der er durch sein Leben gegangen ist und die ihm letztendlich seinen Erfolg gebracht hat, ist eine gute Eigenschaft. Brecht war stets fleißig und brachte immer Qualität. Auch die Freiheiten, die er sich beim Ausbrechen aus den gesellschaftlichen Normen und beim Schreiben genommen hat, zeugen von Intelligenz und einem starken Charakter. Schon früh erkannte er die Fehler der Gesellschaft zu seiner Zeit. Brecht hat unsere heutige Zeit sehr geprägt. All diese Eigenschaften von Brecht sollen den Schülern dieser Schule vermittelt werden. Deswegen ist Bert Brecht unserer Schulpatron und somit auch unser Vorbild. Die Schulkonferenz begründete ihre Wahl mit der Aussage, dass er sich der Erziehung des Menschen zur Demokratie besonders verpflichtet fühlte. Gedanken machte sich hier Lara Steinmetz aus der EF (Gastbeitrag)
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“Das Leben des Brecht”

  Richtig heißt es natürlich ,,Das Leben des Galilei" von Bertold Brecht. Als Bert-Brecht- Schüler hast du es sicherlich sofort erkannt. Im Laufe unseres Lebens begegnet dieser Name uns immer wieder. Bisher haben wir wenig über ihn und sein Leben erfahren, aber kennen vielleicht schon das ein oder andere Drama von ihm. Doch wer ist dieser Mann, der als bedeutender Dramatiker in die deutsche Literatur einging, dessen Geburtstag wir am 10. Februar feiern? Und was hat er so Tolles geleistet, dass sogar unsere Schule nach ihm benannt ist? Doch der Reihe nach, so sah Brechts Leben aus: Am 10.02.1898 wurde Bert Brecht, mit vollem Namen Eugen Berthold Friedrich Brecht als Sohn reicher Leute geboren. Somit gehörte er der gesellschaftlichen Oberschicht an und war es gewohnt, Befehle zu erteilen. Doch er fühlte sich in der höheren Gesellschaft nicht wohl. Er selbst hält nicht viel von seiner eigenen Klasse und ,,der Kunst des Befehlens". Brecht selbst sagte: „Ich bin aufgewachsen als Sohn wohlhabender Leute. Meine Eltern haben mir einen Kragen umgebunden und mich erzogen in den Gewohnheiten des Bedientwerdens und unterrichtet in der Kunst des Befehlens. Aber als ich erwachsen war und mich umsah, gefielen mir die Leute in meiner Klasse nicht, nicht das Befehlen und nicht das Bedientwerden. Und ich verließ meine Klasse und gesellte mich zu den geringen Leuten.“ Er besucht ein Realgymnasium und macht 1917, während des ersten Weltkrieges, sein Notabitur. Sein erstes Drama ,,Baal" erscheint 1922 in Buchform. Im gleichen Jahr wird sein erstes Theaterstück „Trommeln in der Nacht“ uraufgeführt. Zwei Jahre später zieht er nach Berlin und arbeitet als Dramaturg am Deutschen Theater. Seinen größten Erfolg feiert er 1928 mit der „Dreigroschenoper“. 1933, einen Tag nach dem Reichsbrand, verlässt er mit seiner Familie Berlin und flüchtet aus politischen Gründen nach Dänemark. 1941 wird das Theaterstück ,,Mutter Courage und ihre Kinder“ in Zürich uraufgeführt. Im Laufe seines Lebens lebt er noch in Schweden, Amerika, Österreich und zum Schluss wieder in Berlin, allerdings in dem DDR- angehörigen Ost-Berlin. Insgesamt war er mit drei Frauen, mit denen er vier Kinder hatte, verheiratet. Mit Helene Weigel aber bleibt er bis zu seinem Tod zusammen. Am 14.08.1956 stirbt Brecht an einem Herzinfarkt. Brecht war vor allem bekannt dafür, aus den gesellschaftlichen Normen auszubrechen und sich immer wieder aufzulehnen. Damals war es ungewöhnlich, die eigene Klassenzugehörigkeit abzulehnen und sich mit „niederen Menschen“ zu umgeben. Mit seinen spontanen Fluchten zeigte er Mut und Selbstvertrauen. Sein Verhalten war nicht immer vorbildlich, wie seine vielen Frauengeschichten zeigen. In seinem ganzen Leben hatte er drei Frauen, obwohl es damals üblich war nur eine zu heiraten und bis zum Lebensende mit ihr zusammen zu bleiben. Als seine letzte Frau von ihm ein Kind bekommen hatte, war er sogar noch mit Marianne Zoff verheiratet. Brecht wusste auf sich aufmerksam zu machen und nutzte das zur Eigenwerbung. Dabei verkaufte er sich gut und besaß ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Durch das ungepflegte Erscheinungsbild in Arbeitskleidung sah er wie ein einfacher Bürger aus. Jedoch war diese Arbeitskleidung aus teuren Materialien. Er versteckte, dass er sich überlegen fühlte. Durch sein Auftreten und Äußerliches blieb er in den Köpfen der Menschen, da es zu dieser Zeit ein unüblicher Aufzug für einen Poeten war. Sein Charakter war gekennzeichnet durch Selbstsicherheit und teilweise Arroganz. Er nahm fast schon narzisstische Züge an, in diesem Falle jedoch noch im gesunden Rahmen, da sie Brechts Schlüssel zum Erfolg waren. Von Anfang an wusste Brecht, er würde Erfolg haben, und war sich dessen sehr sicher. Brecht vermischte sein Privatleben mit dem Arbeitsleben und arbeitete permanent. Er baute Kontakte zu wichtigen Leuten auf und pflegte diesen aus geschäftlichen Gründen, wie der Fall ,,Elisabeth Hauptmann" zeigt. Er umgab sich mit Fachkräften und Prominenten und ließ sie für sich arbeiten. Ein Werk wurde lange überlegt und oft überarbeitet. Brecht war kein Genie, dem die Ideen zuflogen, aber er taktierte geschickt. Eher neigte er zur Gruppenarbeit und produzierte seine Werke wie eine Ware. Diese zeichnen sich durch konstante Qualität und Wiedererkennungswert (episches Theater) aus. Doch auch bei der Teamarbeit sah sich Brecht nicht als einfacher Autor, sondern eher als Organisator und Steuermann. Auch suchte er gezielt Kontakte zu einflussreichen Personen und sicherte damit positive Kritiken zu seinen Werken. Für die Verbreitung seiner Texte nutzte er zudem die Medien, da er erkannte, dass sich dadurch die Gesellschaft beeinflussen lässt. Zudem stellte er sich als Werbeikone zur Verfügung und inszenierte sich selbst. Bei der Vermarktung seiner Produkte war er immer auf Gewinn bedacht. Mit Vorabdrucken und Radiobeiträgen sorgte er dafür, dass seine Texte immer präsent sind. Damit er selbst auch immer präsent blieb, kommentierte er auch andere Werke kritisch. Er sorgte dafür, immer in der Öffentlichkeit zu stehen. Schon von klein auf wurde Brecht zu einem selbstbewussten Menschen erzogen. Durch dieses Selbstbewusstsein hielt er allen politischen und gesellschaftlichen Widrigkeiten stand. Er bemängelte das herrschende System und lehnte den Kapitalismus ab. Dies wird im folgenden Zitat deutlich: Mit Hilfe seiner Dramen und des epischen Theaters kritisierte er die Gesellschaft, das politische System und die Kirche. Auch war er kein Anhänger der NSDAP und verließ deshalb wie oben erwähnt einen Tag nach dem Reichstagsbrand Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er wegen seiner politischen Haltung auch mit den Amerikanern Konflikte. Im Laufe seines Lebens schrieb er viele erfolgreiche Werke, für die er heute noch weltweit bekannt ist. Allen Werken gemeinsam sind die Botschaft zu einem besseren politischen System und die Erziehung der Gesellschaft zur Demokratie. Dies war Brechts lebenslängliches Bestreben. Um dieses zu erreichen, entwickelten Brecht und Erwin Piscator das Epische Theater, nach dessen Theorie er alle seine Dramen verfasste. Dieser dramatische Schreibstil ist gekennzeichnet durch Kälte und Objektivität. Selbst Liebesszenen waren trocken realistisch geschrieben. Gefühle spielen in den Stücken keine Rolle. Absicht des epischen Theaters ist es, die Menschen zum Nachdenken anzuregen, die dargestellte Situation kritisch zu betrachten und sich ihr eigenes Urteil zu bilden. Insgesamt war Brecht ein widersprüchlicher Mann mit leicht narzisstischen Zügen und doch wurde er 1969 zum Schulpatron gewählt. Woran liegt es? Sicherlich liegt das nicht nur an seinen einzigartigen literarischen Werken. Auch die Bestimmtheit, mit der er durch sein Leben gegangen ist und die ihm letztendlich seinen Erfolg gebracht hat, ist eine gute Eigenschaft. Brecht war stets fleißig und brachte immer Qualität. Auch die Freiheiten, die er sich beim Ausbrechen aus den gesellschaftlichen Normen und beim Schreiben genommen hat, zeugen von Intelligenz und einem starken Charakter. Schon früh erkannte er die Fehler der Gesellschaft zu seiner Zeit. Brecht hat unsere heutige Zeit sehr geprägt. All diese Eigenschaften von Brecht sollen den Schülern dieser Schule vermittelt werden. Deswegen ist Bert Brecht unserer Schulpatron und somit auch unser Vorbild. Die Schulkonferenz begründete ihre Wahl mit der Aussage, dass er sich der Erziehung des Menschen zur Demokratie besonders verpflichtet fühlte. Gedanken machte sich hier Lara Steinmetz aus der EF (Gastbeitrag)
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“Das Leben des Brecht”

  Richtig heißt es natürlich ,,Das Leben des Galilei" von Bertold Brecht. Als Bert-Brecht- Schüler hast du es sicherlich sofort erkannt. Im Laufe unseres Lebens begegnet dieser Name uns immer wieder. Bisher haben wir wenig über ihn und sein Leben erfahren, aber kennen vielleicht schon das ein oder andere Drama von ihm. Doch wer ist dieser Mann, der als bedeutender Dramatiker in die deutsche Literatur einging, dessen Geburtstag wir am 10. Februar feiern? Und was hat er so Tolles geleistet, dass sogar unsere Schule nach ihm benannt ist? Doch der Reihe nach, so sah Brechts Leben aus: Am 10.02.1898 wurde Bert Brecht, mit vollem Namen Eugen Berthold Friedrich Brecht als Sohn reicher Leute geboren. Somit gehörte er der gesellschaftlichen Oberschicht an und war es gewohnt, Befehle zu erteilen. Doch er fühlte sich in der höheren Gesellschaft nicht wohl. Er selbst hält nicht viel von seiner eigenen Klasse und ,,der Kunst des Befehlens". Brecht selbst sagte: „Ich bin aufgewachsen als Sohn wohlhabender Leute. Meine Eltern haben mir einen Kragen umgebunden und mich erzogen in den Gewohnheiten des Bedientwerdens und unterrichtet in der Kunst des Befehlens. Aber als ich erwachsen war und mich umsah, gefielen mir die Leute in meiner Klasse nicht, nicht das Befehlen und nicht das Bedientwerden. Und ich verließ meine Klasse und gesellte mich zu den geringen Leuten.“ Er besucht ein Realgymnasium und macht 1917, während des ersten Weltkrieges, sein Notabitur. Sein erstes Drama ,,Baal" erscheint 1922 in Buchform. Im gleichen Jahr wird sein erstes Theaterstück „Trommeln in der Nacht“ uraufgeführt. Zwei Jahre später zieht er nach Berlin und arbeitet als Dramaturg am Deutschen Theater. Seinen größten Erfolg feiert er 1928 mit der „Dreigroschenoper“. 1933, einen Tag nach dem Reichsbrand, verlässt er mit seiner Familie Berlin und flüchtet aus politischen Gründen nach Dänemark. 1941 wird das Theaterstück ,,Mutter Courage und ihre Kinder“ in Zürich uraufgeführt. Im Laufe seines Lebens lebt er noch in Schweden, Amerika, Österreich und zum Schluss wieder in Berlin, allerdings in dem DDR- angehörigen Ost-Berlin. Insgesamt war er mit drei Frauen, mit denen er vier Kinder hatte, verheiratet. Mit Helene Weigel aber bleibt er bis zu seinem Tod zusammen. Am 14.08.1956 stirbt Brecht an einem Herzinfarkt. Brecht war vor allem bekannt dafür, aus den gesellschaftlichen Normen auszubrechen und sich immer wieder aufzulehnen. Damals war es ungewöhnlich, die eigene Klassenzugehörigkeit abzulehnen und sich mit „niederen Menschen“ zu umgeben. Mit seinen spontanen Fluchten zeigte er Mut und Selbstvertrauen. Sein Verhalten war nicht immer vorbildlich, wie seine vielen Frauengeschichten zeigen. In seinem ganzen Leben hatte er drei Frauen, obwohl es damals üblich war nur eine zu heiraten und bis zum Lebensende mit ihr zusammen zu bleiben. Als seine letzte Frau von ihm ein Kind bekommen hatte, war er sogar noch mit Marianne Zoff verheiratet. Brecht wusste auf sich aufmerksam zu machen und nutzte das zur Eigenwerbung. Dabei verkaufte er sich gut und besaß ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Durch das ungepflegte Erscheinungsbild in Arbeitskleidung sah er wie ein einfacher Bürger aus. Jedoch war diese Arbeitskleidung aus teuren Materialien. Er versteckte, dass er sich überlegen fühlte. Durch sein Auftreten und Äußerliches blieb er in den Köpfen der Menschen, da es zu dieser Zeit ein unüblicher Aufzug für einen Poeten war. Sein Charakter war gekennzeichnet durch Selbstsicherheit und teilweise Arroganz. Er nahm fast schon narzisstische Züge an, in diesem Falle jedoch noch im gesunden Rahmen, da sie Brechts Schlüssel zum Erfolg waren. Von Anfang an wusste Brecht, er würde Erfolg haben, und war sich dessen sehr sicher. Brecht vermischte sein Privatleben mit dem Arbeitsleben und arbeitete permanent. Er baute Kontakte zu wichtigen Leuten auf und pflegte diesen aus geschäftlichen Gründen, wie der Fall ,,Elisabeth Hauptmann" zeigt. Er umgab sich mit Fachkräften und Prominenten und ließ sie für sich arbeiten. Ein Werk wurde lange überlegt und oft überarbeitet. Brecht war kein Genie, dem die Ideen zuflogen, aber er taktierte geschickt. Eher neigte er zur Gruppenarbeit und produzierte seine Werke wie eine Ware. Diese zeichnen sich durch konstante Qualität und Wiedererkennungswert (episches Theater) aus. Doch auch bei der Teamarbeit sah sich Brecht nicht als einfacher Autor, sondern eher als Organisator und Steuermann. Auch suchte er gezielt Kontakte zu einflussreichen Personen und sicherte damit positive Kritiken zu seinen Werken. Für die Verbreitung seiner Texte nutzte er zudem die Medien, da er erkannte, dass sich dadurch die Gesellschaft beeinflussen lässt. Zudem stellte er sich als Werbeikone zur Verfügung und inszenierte sich selbst. Bei der Vermarktung seiner Produkte war er immer auf Gewinn bedacht. Mit Vorabdrucken und Radiobeiträgen sorgte er dafür, dass seine Texte immer präsent sind. Damit er selbst auch immer präsent blieb, kommentierte er auch andere Werke kritisch. Er sorgte dafür, immer in der Öffentlichkeit zu stehen. Schon von klein auf wurde Brecht zu einem selbstbewussten Menschen erzogen. Durch dieses Selbstbewusstsein hielt er allen politischen und gesellschaftlichen Widrigkeiten stand. Er bemängelte das herrschende System und lehnte den Kapitalismus ab. Dies wird im folgenden Zitat deutlich: Mit Hilfe seiner Dramen und des epischen Theaters kritisierte er die Gesellschaft, das politische System und die Kirche. Auch war er kein Anhänger der NSDAP und verließ deshalb wie oben erwähnt einen Tag nach dem Reichstagsbrand Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er wegen seiner politischen Haltung auch mit den Amerikanern Konflikte. Im Laufe seines Lebens schrieb er viele erfolgreiche Werke, für die er heute noch weltweit bekannt ist. Allen Werken gemeinsam sind die Botschaft zu einem besseren politischen System und die Erziehung der Gesellschaft zur Demokratie. Dies war Brechts lebenslängliches Bestreben. Um dieses zu erreichen, entwickelten Brecht und Erwin Piscator das Epische Theater, nach dessen Theorie er alle seine Dramen verfasste. Dieser dramatische Schreibstil ist gekennzeichnet durch Kälte und Objektivität. Selbst Liebesszenen waren trocken realistisch geschrieben. Gefühle spielen in den Stücken keine Rolle. Absicht des epischen Theaters ist es, die Menschen zum Nachdenken anzuregen, die dargestellte Situation kritisch zu betrachten und sich ihr eigenes Urteil zu bilden. Insgesamt war Brecht ein widersprüchlicher Mann mit leicht narzisstischen Zügen und doch wurde er 1969 zum Schulpatron gewählt. Woran liegt es? Sicherlich liegt das nicht nur an seinen einzigartigen literarischen Werken. Auch die Bestimmtheit, mit der er durch sein Leben gegangen ist und die ihm letztendlich seinen Erfolg gebracht hat, ist eine gute Eigenschaft. Brecht war stets fleißig und brachte immer Qualität. Auch die Freiheiten, die er sich beim Ausbrechen aus den gesellschaftlichen Normen und beim Schreiben genommen hat, zeugen von Intelligenz und einem starken Charakter. Schon früh erkannte er die Fehler der Gesellschaft zu seiner Zeit. Brecht hat unsere heutige Zeit sehr geprägt. All diese Eigenschaften von Brecht sollen den Schülern dieser Schule vermittelt werden. Deswegen ist Bert Brecht unserer Schulpatron und somit auch unser Vorbild. Die Schulkonferenz begründete ihre Wahl mit der Aussage, dass er sich der Erziehung des Menschen zur Demokratie besonders verpflichtet fühlte. Gedanken machte sich hier Lara Steinmetz aus der EF (Gastbeitrag)